Vim - Das Wichtigste

Das Wichtigste

Mit Kenntnis der grundlegensten Merkmale des Vim kann man sich in den meisten Fällen schon helfen. Die Mehrzahl der Desktop-Benutzer wird wenn, dann zumeist die grafischen Ausgaben des Vim benutzen, die hier aber nicht im Vordergrund stehen. Aber auch dort lernt man die Arbeitsweise des Vim kennen*).

STARTEN

Die Eingabe vim ( oder kürzer noch) vi startet den Editor. vim dateiname öffnet eine bereits vorhandene Datei. Ist keine Datei dieses Namens vorhanden, wird sie angelegt.

Gibt man stattdessen einen Verzeichnisnamen ein, wird das Verzeichnis geöffnet und man kann darin navigieren. Ein Druck auf die Enter-Taste öffnet die gesuchte Datei. Der Vim ist nach dem Start immer im Befehlsmodus. Schreiben kann man jetzt noch nicht.
Deshalb hier eine Erläuterung über:

Die MODI

Woran man sich gewöhnen muss – und was anfangs irritiert – ist die Benutzung, die so ganz anders ist als bei allen anderen bekannten Editoren. Der Vim arbeitet, wie erwähnt, als eine Folge seiner Entstehungsgeschichte in verschiedenen Modi, soll heißen: in verschiedenen Betriebszuständen.

Befehlsmodus
Der zentrale Modus, in dem Vim auch startet, ist der Befehlsmodus. Hier nimmt Vim Befehle an. Und weil das Wechseln in andere Modi natürlich auch durch einen Befehl geschied, ist dies die Zentrale, über die alle anderen Modi erreicht werden. Als Dreh- und Angelpunkt wird dieser Modus auch Normalmodus genannt.

Editiermodus
Aus dem Befehlsmodus springt der Vim durch Drücken der Einfg-Taste (oder mittels i ) in den Editiermodus. Jetzt sind alle Schreiboperationen möglich. Auch das gewohnte Löschen mittels der Rückwarts - und der Entf-Taste ist hier möglich. Durch drücken der Esc-Taste wird der Einfügemodus verlassen und man ist wieder im Befehlsmodus.

Komandozeilenmodus
Im Befehlsmodus springt man durch die Eingabe von : auf eine untere Statuszeile. Man ist jetzt im sog. Komandozeilenmodus, sozusagen einer Unterform des Befehlsmodus. Nur mit hier eingegebenen Befehlen ist es möglich, auf Dateien zuzugreifen, zu speichern, den Editor zu verlassen etc. Nach dem Drücken der Eingabe-Taste springt der Vim in den Befehlsmodus zurück. Auch mit / und ? gelangt man in den Kommandozeilenmodus: Zum Suchen und Ersetzen.

Visueller Modus
Mit v startet aus dem Befehlsmodus den visuellen Modus, er dient zum beliebigen Markieren von Textteilen mit Hilfe der Cursortasten. Ursprünglich konnte der vi nur ganze Wörter oder Zeilen markieren. Auch der visuelle Modus ist eine Unterart des Kommandomodus, in den er nach dem Markieren automatisch zurückspringt.

Der Vim verfügt über noch mehr Modi, die hier und jetzt aber keine Rolle spielen sollen. Haben wir unseren Text fertig, wollen wir:

SPEICHERN und BEENDEN

Dies geschieht natürlich im Befehlsmodus!

:q   Datei / Fenster verlassen (mit Nachfrage bei Änderungen)
:q!   unbedingt und ohne Änderung und Nachfrage verlassen
:w   schreiben (sichern)
:w!   unbedingt schreiben
:wq!   unbedingt schreiben und Datei verlassen

Hat man sich mal vertan, vielleicht sogar aus Versehen das Programm abgeschossen – nicht schlimm. Vim legt eine ständig aktualisierte Swap-Datei (Endung .swp) an, auf die man in solchen Fällen zurückgreifen kann.

Begriffserklärung: Zeile
Anders als in der Ansicht in "modernen" Editoren ist im Vim eine Zeile nicht am Bildschirmrand zu Ende, sondern erst an der Stelle, an der die Enter-Taste getätigt wird/wurde! Dies entspricht der "ursprünglichen" Notation.

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*) Ein Klon des Vim ist der evim der als Ausnahme nach dem Start sich anders verhält als das Original (er ist direkt im Eingabemodus), sich aber nicht hat durchsetzen können.



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