Tipps und Tricks zu LyX

Die LyX beigelegte Dokumentation ist sehr vielseitig. Immerhin handelt es sich um 14 mehr oder weniger umfangreiche Handreichungen. Dadurch ist aber nicht alles sofort auf den ersten Blick zu finden und muss erst gesucht werden. Wenn man es dann findet...
Es kann schon helfen, beim Laden eines Handbuchs sich in der linken Spalte das Inhaltsverzeichnis anzeigen zu lassen oder die Such-Funktion (Strg + F) zu nutzen.

Die hier folgenden Angaben funktionieren in den LyX-Versionen ab 1.6 (bei älteren LyX-Versionen sind z. T. andere Lösungen nötig). Probleme können bei Verwendung unterschiedlicher Zeichensätze im gleichen Dokument auftreten. Dies ist dann aber kein LyX, sondern ein LateX-Problem. Abhilfe schafft dann nur eine Umwandlung des gesamten Dokuments in den gleichen Zeichensatz, z. B. mittels Programme wie recode.



Randausgleich verbessern

Der Randausgleich ist bei LyX dank LaTeX schon gut. Noch verbessert werden kann er durch das Paket "microtype". In -> Dokument -> Einstellungen -> LaTeX-Vorspann *) eingeben:

\usepackage{microtype}

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URLs und Hyperlinks / Sonderzeichen

URLs (http://www.bingel-online.de) können unter Umständen Sonderzeichen enthalten, die LaTeX als Steuerzeichen interpretiert. In diesem Fall wird beim Versuch zu Drucken eine Fehlermeldung ausgegeben. Bevor man lange herumprobiert – das LyX-Handbuch hilft weiter:
-> Hilfe -> Benutzerhandbuch -> 6.3.1 URLs.
Der wirklich wichtige Hinweis auf die Sonderzeichen und das mögliche Umgehen der Probleme steht in der Fußnote!!

In Kapitel 6.3.2 ist weiteres zur Eingabe von Hyperlinks gesagt. LyX bietet nicht nur eine erweiterte Möglichkeit der Eingabe an Hyperlinks an, sondern macht sie, was besonders bei der Erstellung von PDF-Dokumenten interessant ist, dadurch auch aktiv, sodass bei Mausberührung auf diese Links gesprungen werden kann. Über -> Dokument -> Einstellungen -> PDF-Eigenschaften kann zusätzlich das Aussehen der Links beeinflusst werden.

Link-, bzw. URL-Farbe kann man dort im Feld "Zusätzliche Optionen" festlegen: z. B. mit

linkcolor=blue,urlcolor=blue

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Tabelle aus einer Tabellenkalkulation übernehmen

Das geht recht einfach:

  1. Tabelle in der Tabellenkalkulation (Excel, Calc, etc.) öffnen
  2. Die gewünschten Reihen und Spalten mit der Maus auswählen
  3. Zum LyX-Dokument wechseln
  4. Eine Tabelle mit ebenso viel Reihen und Spalten erstellen
  5. Auf das oberste linke Feld dieser Tabelle gehen
  6. Mit Mausdruck Tabelle übertragen

Diese Vorgehensweise funktioniert unter Linux einwandfrei. Bei Verwendung anderer Betriebssysteme kann es u. U. zu Schwierigkeiten kommen.

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Überschriften ohne Nummerierung ins Inhaltsverzeichnis aufnehmen

Normalerweise werden in LyX (und LaTeX) ausschließlich "nummerierte" Überschriften im Inhaltsverzeichnis abgelegt. Nicht-nummerierte Überschriften (die mit einem Sternchen) erscheinen nicht im Verzeichnis. Wie aber bekommt man diese trotzdem hinein?

Das geht relativ einfach:

  1. Man kennzeichnet den Überschriftentext wie gewohnt im Absatz-Format-Menü z. B. mit Abschnitt*
  2. Darunter öffnet man ein Feld für TeX-Code und gibt ein:
\addcontentsline{toc}{section}{Text der Überschrift}

Und siehe da: Die Überschrift erscheint wie es sich gehört mit der richtigen Seitenzahl im Verzeichnis. Auf diese Weise kann man auch nummerierte und nicht nummerierte Überschriften mischen, um z. B. alle Kapitel nummeriert, alle Abschnitte, Unterabschnitte etc. unnummeriert erscheinen zu lassen.

Wichtig ist nur, das man die englischen und deutschen Bezeichner kennt und man einem Kapitel* nicht zufällig einen falschen (englischen) Bezeichner zuweist. Dazu hier eine Gegenüberstellung:

Teil			\part
Kapitel			\chapter
Abschnitt		\section
Unterabschnitt		\subsection
Unterunterabschnitt	\subsubsection

LyX führt zwar neuerdings eine neue, unnummerierte Überschriftsformatierung auf, sie ist aber bislang als einzige ihrer Art nur für Abschnitt* vorhanden. Obige Methode funktioniert aber mit allen Formatierungen, die in ein Verzeichnis übernommen werden sollen.

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Unterstreichen, Durchstreichen, Sperren von Text ...

Die Anweisung "unterstreichen" findet sich etwas versteckt unter -> Textstil -> Diverses. Lyx greift dabei auf den LaTeX-Befehl \underline zurück. Der hat allerdings einen Nachteil: Es kann Probleme mit der Silbentrennung geben. Abhilfe schafft im Problemfall ein Rückgriff auf das LaTeX-Paket "soul". Es wird im Vorspann des Dokuments geladen:

\usepackage{soul}

Es stellt im Wesentlichen folgende fünf Befehle zur Verfügung:

\so{ Text } % Sperren von Text
\st{ Text } % Durchstreichen von Text
\caps{ Text } % Sperren von Text in Großbuchstaben
\hl{ Text } % Hervorheben von Text
\ul{ Text } % Unterstreichen von Text  

Mittels soul ist es dann möglich, auch verschiedenfarbig und verschieden dick zu unterstreichen. Im Vorspann wird z. B. die gewünschte Farbe angegeben:

\definecolor{darkblue}{rgb}{0,0,0.5}
\setulcolor{darkblue}

Näheres bietet die allerdings nur englischsprachige Dokumentation zu soul: soul.pdf

Doppelt unterstreichen
Das geht mit Hilfe eines LaTeX-Befehls. In ein LaTeX-Code-Feld eingeben:

\underline{\underbar{hier steht mein Text}}

Die hier genannten Möglichkeiten werden ab der kommenden Version 2.x ergänzt, bzw. besser unterstützt und erweitert.

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Überstreichen

Text zu überstreichen geht leider nur im Mathematik-Modus und auch wieder nur mittels eines LaTeX-Befehls in einem LaTeX-Code-Feld – der Text wird im Mathematik-Modus kursiv gestellt:

$\overline{Überstrichener Text}$ 

Einzelne (wirklich nur einzelne!) Buchstaben können auch mit \bar überstrichen werden:

$\bar{v}$

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Fußnotenformatierung ändern

Leider ist eine Veränderung der Fußnotenformatierung in LyX bislang nicht integriert. In den LyX-Handbüchern finden sich zum Thema Fußnoten nur allgemeine Hinweise. Doch kann man in -> Dokument -> Einstellungen -> LaTeX-Vorspann mittels LaTeX-Befehlen die Formatierung ändern.

Fußnoten werden standardmäßig vom übrigen Text mit einer horizontalen Linie abgegrenzt. Deren Aussehen kann geändert werden mit:

\renewcommand{\footnoterule}{\rule{Breite}{Höhe}}

Die Linie kann man verschwinden lassen mit:

\renewcommand{\footnoterule}{}

Normalerweise werden Fußnoten mit arabischen Ziffern durchnummeriert. Bei nicht mehr als 9 Fußnoten können auch die neun Symbole von "fnsymbol" Verwendung finden. Dafür wird im Vorspann eingefügt:

\renewcommand{\thefootnote}{\fnsymbol{footnote}}

Statt \fnsymbol kann auch \roman für kleine bzw. \Roman für große römische Zahlen verwandt werden. Ein \alph bzw. ein \Alph erzeugt Klein- bzw. Großbuchstaben.

Der Abstand zwischen den einzelnen Fußnoten kann ebenso geändert werden. Dazu dient der Befehl:

\setlength{\footnotesep}{Abstand}

Unter -> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> 4.2.2 Fußnotenplatzierung findet sich eine weitere Möglichkeit den Abstand der Fußnoten festzulegen sowie andere Plazierungsmöglichkeiten.

Interessant ist das Paket footmisc. Im Vorspann aufgerufen kann es mit verschiedenen Parametern das Aussehen der Fußnoten beeinflussen:

Ein Beispiel sähe also so aus:

\usepackage[para,multiple]{footmisc}

footmisc verfügt noch über eine Reihe weiterer Optionen. Näheres in der englischsprachigen Dokumentation:
ftp://ftp.fu-berlin.de/tex/CTAN/macros/latex/contrib/footmisc/footmisc.pdf

Während die oben genannten Formatierung unter allen Klassen funktionieren, gibt es für die KOMA-Script-Klassen noch eine weitere spezielle Möglichkeit:

\deffootnote[Markenbreite]{Einzug}{\makebox[Größe][Ausrichtung]{Fußnotenmarke}}

Eine oft gebrauchte Formatierung sähe dann so aus:

\deffootnote{1em}{1.5em}{\makebox[1em][l]{\thefootnotemark}}

Dabei bedeutet hier 1em den Einzug, 1.5em bedeutet den Absatzeinzug. Dann kommt die Formatierung der Fußnotenmarke: eine Abstands-Box von 1em Größe, linksbündig, die die Fußnotenmarke umschließt. Bei einer großen Anzahl von Fußnoten sollte der Wert der Boxgröße angepasst werden. (em ist ein der augenblicklich verwendeten Schriftart und -größe angepasster Wert, schlicht: die Breite eines m)

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Endnoten

Standardmäßig bietet LyX die Eingabe von Fußnoten an. Es ist aber kein Problem, aus den Fuß- Endnoten zu machen.

In beiden Fällen fügt man an einer gewünschten Stelle ( -> Einfügen -> TeX-Code ) den Befehl ein:

\theendnotes

Dort werden die Endnoten dann ausgegeben. Diesen Befehl kann man sooft verwenden, wie man es als nützlich empfindet, beispielsweise nach jedem Kapitel.

Die Endnote-Anweisung erzeugt standardmäßig die Überschrift "Notes", was in deutschsprachigen Texten nicht so sonderlich angebracht ist. Wir können dies im LaTeX-Vorspann beliebig ändern. Zum Beispiel in "Hinweise":

\renewcommand{\notesname}{Hinweise}

Unter -> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> 4.2.2 Fußnotenplatzierung findet sich zusätzlich noch ein Hinweis auf eine andere Möglichkeit Endnoten zu erzeugen.

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Text umfließt Objekte

Prinzipiell kennt LyX drei Möglichkeiten Grafiken, Tabellen oder Algorithmen einzubinden:

Textfluss um Objekte erreicht man über:

Folgende Anweisung im Vorspann verhindert, dass Gleitobjekte vor ihrem Abschnitt gedruckt werden (was in wenigen speziellen Fällen passieren könnte)

\let\mySection\section\renewcommand{\section}{\suppressfloats[t]\mySection}

Mehr Erläuterungen in:
-> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> 3.2.2 Umflossene Gleitobjekte und
-> Hilfe -> Zusätzliche Funktionen -> 6.4 Textumflossene Bilder und Tabellen
Der zweite Verweis bezieht sich auf die Möglichkeit mehrere Bildern mit einzelnen Unterschriften in einem Rahmen neben einander zu setzen.

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Texte / Objekte gegenüberstellen

Texte / Objekte können auf einer Seite problemlos als Minipage oder als Parbox gegenüber- / nebeneinandergestellt werden. Eine Einführung dazu:
-> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> 5. Boxen

Die Anweisung -> Einfügen -> Box bietet viele Optionen: Rechtsklick auf das graue Feld "Box" eröffnet Möglichkeiten zur Randgestaltung und zur Art und Größe der Boxen. Die Box-Arten Minipage und Parbox unterscheiden sich in der Möglichkeit der Gestaltung und ihrem Einsatz. So läßt Minipage Fußnoten zu, Parbox nicht. Fußnoten werden allerdings direkt am Ende der jeweiligen Box eingefügt. Minipage ist im Allgemeinen vorzuziehen.

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Mehrspaltiger Text

Unter - Dokument -> Einstellungen -> Textformat kann ein generell zweispaltiges Layout gewählt werden. Ein mehrspaltiger Abschnitt in einem ansonst einspaltigen Text ist aber unter LyX nicht direkt wählbar. Hier müssen noch LaTeX-Befehle genutzt werden. Die Hilfestellung dazu ist in den neueren LyX-Versionen ausgelagert worden in:
-> Hilfe -> Spezielle Handbücher -> Mehrfachspalten Handbuch

Generell muss dazu das Paket "multicol" im Vorspann aufgefügt werden.

\usepackage{multicol}

Beispielsweise erfolgt ein dreispaltiges Setzen des Textes über TeX-Code:

\begin{multicols}{3}
 Text ......    
\end{multicols}

Weitere Erläuterungen und Beispiele finden sich in der Datei "multicols.lyx" im Beispielverzeichnis unter de (für Deutsch).

Natürlich kann man das Paket multicol auch für das ganze Dokument verwenden, dann ist es möglich, über mehrspaltige Abschnitte eine spaltenübergreifende Überschrift zu verwenden.

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Farben

LyX liefert acht vordefinierte Farben mit, die z. B. unter Textstil -> Farben als Textfarbe auswählbar sind. Dies sind die Farben

black - white - red - green - yellow - blue - cyan - magenta

Mit der Angabe von \usepackage{xcolor} im Vorspann sind noch zusätzlich die vordefinierten Farben

orange - violet - purple - brown - darkgray - gray - lightgray

- allerdings nur in einem TeX-Feld - zum Beispiel mittels des Befehls \textcolor einsetzbar: \textcolor{purple}{Text} (siehe weiter unten).

Weitere Farben können im Vorspann mit dem Befehl \definecolor definiert werden. Dazu muss ein Farbmodell ausgewählt werden. Dies geschieht immer nach dem gleichen Muster:
\definecolor{Farbname}{Farbmodell}{Farbwerte}
Dabei kann man den Farbnamen frei wählen. Ein

\definecolor{dschungel}{cmyk}{0.99,0,0.52,0.2}

liefert ein sattes Grün, das später durch die verschiedenen Farbaufrufe wie \textcolor u. a. (siehe unten) aufgerufen werden kann.

folgende Farbmodelle sind möglich, wobei verschiedene Farbwerte, wie oben sichtbar, durch Kommas getrennt werden:

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Seitenhintergrund farbig

Einen farbigen Seitenhintergrund erzeugt man durch die Eingabe von \pagecolor in einem TeX-Feld direkt zu Beginn des Dokuments, also nicht im Vorspann. \pagecolor{yellow} erzeugt also für alle Seiten eine gelbe Hintegrundfarbe. Natürlich sind auch hier selbstdefinerte Farben möglich.

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Texthintergrund farbig

Farbige Hintergründe - egal ob für einzelne Worte oder Absätze, sind in LyX gegenwärtig nicht direkt anwählbar. Farbig hinterlegte Wörter und kurze(!) Passagen können mit \colorbox in einem TeX-Feld erzeugt werden. Mit \fcolorbox können diese Farbboxen dann einen beliebigen farbigen Rand erhalten: \fcolorbox{Farbname}{Text}

Anleitungen dazu finden sich unter -> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> Kapitel 5.7 . Unbedingt lesen! Achtung: Farbige Absätze können nur (siehe Kapitel 5.7.2) durch eine Minipage erstellt werden, da der Text innerhalb von \colorbox nicht umgebrochen werden kann. Diese Lösung sollte man also prinzipiell vorziehen! Mit dem Boxenmenü von Minipage gelingt auch das Verändern der Umrandung ohne weitere TeX-Befehle.

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Tabelle: Farben

Erläuterungen zu farbigen Tabellen findet sich unter -> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> Kapitel 2.11:

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Tabelle: Zellen verbinden

Horizontal nebeneinander liegende Zellen können nach dem Markieren mit -> Bearbeiten -> Tabelle -> Mehrfachspalte zusammengefasst werden, oder mit dem entsprechenden Icon, das nach Einschalten der Tabellen-werkzeug-Leiste erscheint. Vertikal untereinanderliegende Zeilen (Mehrfachzeilen) können nur mittels des LaTeX-Befehls \multirow erstellt werden. Näheres erläutert -> Hilfe -> eingebettete Objekte -> Kapitel 2.8.3

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Noten und PDFs einbinden

Geschieht über -> Einfügen -> Datei -> Externes Material.
Hier kann man Dateien von Programmen einbinden, deren Formate LyX selbst konvertieren kann. Das dient z. B. zur Darstellung von Schachfiguren, Noten oder Xfig-Grafiken. Auxch PDF-Dateien können über diesen Weg eingebunden werden. Erläuterungen dazu finden sich in:
-> Hilfe -> Eingebettete Objekte -> 6.1 Externes Material

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Sonderzeichen, Symbole

LyX erlaubt neben mathematischen die Eingabe einer Vielzahl von fremdsprachlichen Sonderzeichen über
-> Einfügen -> Sonderzeichen -> Symbole
Darüber hinaus besteht dank LaTeX die Möglichkeit, noch weitaus mehr Zeichen und Symbole zu laden.

Als Beispiel seien die Pakete Wasysym, Marvosym und Zapf Dingbats genannt. Diese Einfügungen geschehen immer nach dem gleichen Muster. Im Vorspann des Dokuments werden die Pakete (oder eines davon) geladen:

\usepackage{wasysym} %für Wasysym
\usepackage{marvosym} %für Marvosym
\usepackage{pifont} %für Zapf Dingbats

Damit stehen weit über 200 zusätzliche Symbole zur Verfügung. Das gewünschte Symbol wird dann durch die Eingabe in eine TeX-Feld erzeugt, z. B. \womanface oder \symbol{133}.
Leider gibt es dafür (noch) keine grafischen Auswahlmenüs. Eine Übersicht über die Symbole und den ihnen zugeordneten TeX-Code geben die folgenden PDFs:

http://texnik.de/TeXnik/symbols/wasysym.pdf
http://www.ctan.org/tex-archive/fonts/psfonts/marvosym/marvodoc.pdf
http://www.ctan.org/tex-archive/macros/latex/required/psnfss/psnfss2e.pdf

Es bietet sich an, die entsprechenden Übersichten aus den PDFs für seine Zwecke auszudrucken, um sie im Notfall parat zu haben.

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Initiale

Die Erläuterung zu Initialen findet sich in:
-> Hilfe -> Handbuchergänzungen -> 6.3 Initialen
Es gibt unter LaTeX mehrere Möglichkeiten Initiale zu erzeugen. Wie in der Hilfe angegeben ist das Paket lettrine im Vorspann eingebunden die beste Möglichkeit:

\usepackage{lettrine}

Mittels lettrine kann man Höhe und Textanpassung um die Initiale definieren. Einfachstes Beispiel: in einem TeX-Code-Feld gibt man für ein drei Zeilen hohes Initial ein:

\lettrine[lines=3]{Initiale}{Folgetext hervorgehoben} der weitere Text

Der Standard bei lettrine sind zwei Zeilenhöhen für eine Initiale. Will man den Folgetext nicht hervorheben, läßt man die geschweiften Klammern leer. Das nächste Beispiel erzeugt eine 2 Zeilen hohe Initiale, die 10% nach oben geschoben wird und zum umfließenden Text einen generellen Abstand von 0.2 em hat. (Die Leerstelle nach dem TeX-Feld nicht vergessen, sonst gibt es keinen bündigen Zeilenanfang)

\lettrine[lraise=0.1, nindent=0.2em]{Initiale}{} der weitere Text

Weitere Erläuterungen zum lettrine-Paket bietet die Dokumentation auf den CTAN-Seiten unter:
http://www.ctan.org/tex-archive/macros/latex/contrib/lettrine/doc/lettrine.pdf

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Zeilen nummerieren

Mit Hilfe des Pakets lineno im Vorspann
lassen sich automatische Zeilennummern neben dem Text erzeugen. In der einfachsten Form kann man mit \linenumbers* im Vorspann die Zeilen nummerieren lassen. Der Befehl \linenumbers* kann auch an einer gewünschten Stelle als TeX-Befehl im Text eingegeben werden, sodass nur bestimmte Textteile nummeriert werden. Mit \nolinenumbers kann die Nummerierung wieder ausgeschaltet werden. Die Sternchenvariante erzeugt die gleiche Nummerierung wie \linenumbers[1], die festlegt, mit welcher Zahl die Nummerierung beginnen soll. Man kann mit jeder beliebigen Zahl beginnen, auch mit einer negativen. Ist nur eine Nummerierung in Fünferschritten gewünscht, lautet die Anweisung:

\linenumbers
\modulolinenumbers[5]

Der Befehl \linenumbers verfügt noch über eine Reihe von weiteren Optionen, um Art und Aussehen der Nummerierung zu steuern. Näheres siehe auf den CTAN-Seiten unter:
http://www.ctan.org/tex-archive/macros/latex/contrib/lineno/lineno.pdf

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Seitennummerierung

Wie in "LyX – Ein Dokument-Prozessor" erläutert, ist die Art der Seitennummerierung einerseits von der Dokumentklasse, andererseits vom Seitenstil abhängig. Sie kann in ihrem Aussehen aber auch beliebig verändert werden. Die Einstellungen dazu finden sich unter:
-> Dokument -> Einstellungen -> Seitenlayout -> Seitenstil.
In Artikel-Dokumentklassen wird beim Stil "Standard" (oder "einfach") eine zentriert gesetzte Seitenzahl eingefügt. Der Stil "mit Überschriften" setzt pro Seite einen Bereich für die Kopfzeile, "ausgefallen" setzt einen Bereich für Kopf- und Fußzeile, "leer" verhindert die Nummerierung.

Platzierung der Seitenzahl

Die Platzierung der Seitenzahlen ist zwar durch Dokumentklasse und Seitenlayout / Seitenstil festgelegt, dies ist jedoch an persönliche Bedürfnisse anpassbar. Man sollte in diesem Fall den Stil "ausgefallen" benutzen (-> Dokument -> Einstellungen -> Seitenlayout). Erläuterungen dazu finden sich in LyX unter:
-> Hilfe -> Handbuchergänzungen -> 3.3 Kunstvolle Kopf- und Fußzeilen. Hier sind Beispiele angeführt, wie Nummerierung, Seiten-Überschriften etc. verändert werden können - siehe auch das Beispiel mit der erweiterten Seitenzahl weiter unten bei Gesamtseitenzahl, letzte Seite.

Man möchte zum Beispiel in einem nur einseitig bedruckten Dokument die Seitenzahl unten rechts setzen (Bei einem doppelseitigen Dokument wird die Seitenzahl automatisch nach außen gesetzt). Das geht nur mit dem Stil "ausgefallen". Dieser setzt allerdings einen vom jeweilgen Kapitel bestimmten Seitenkopf. Der ist genauso wie der Strich unter der Kopfzeile ausschaltbar bzw. veränderbar (siehe Handbuch). In folgenden Beispiel haben wir keine Kapitelüberschriften. Im Vorspann geben wir ein:

\renewcommand\headrule{}
\cfoot{}
\rfoot{\thepage}

\renewcommand\headrule{} schaltet den Strich unter der Kopfzeile aus.
Der Befehl \cfoot{} überschreibt die standardmäßig zentriert gesetzte Seitenzahl mit einer Leerstelle. (Vergißt man diesen Befehl, erscheint die Seitenzahl wieder in der Mitte!) \rfoot schreibt nun die Seitenzahl nach rechts, \thepage stößt die Ausgabe der Seitenzahl an. Soll die Seitenzahl stattdessen links gesetzt werden, erfolgt dies \lfoot. Seitenlayout / Seitenstil sind bei Verwendung von "ausgefallen" beliebig veränderbar.

Stil der Seitennummerierung

Hin und wieder ist es angesagt, für die Nummerierung der Seiten eines Dokuments verschiedene Stile zu verwenden, z. B. sollen Art und Stil der Seitennummerierung des Inhaltsverzeichnisses anders sein als beim restlichen Text. Dies geschieht mit dem TeX-Befehl \pagenumbering. Ein gewünschtes Umschalten des Nummerierungsstils soll im Textbereich nach einem manuell erzeugten Seitenumbruch geschehen. In einem TeX-Feld erfolgt die Eingabe:

\pagenumbering{Nummerierungsstil}

Folgende Stile sind möglich:

Bei jedem Wechsel des Nummerierungsstils beginnt die Nummerierung wieder mit 1 .

In der Dokumentklasse "Buch" wird die Titelseite (-> Absatzformat "Titel") generell ohne Seitennummer, aber mit Datum, gesetzt.

Kapitelweise Nummerierung

Eine kapitelweise Nummerierung der Seiten geschieht mittels des Paktes chappg im Vorspann:

\usepackage{chappg}

Das geschieht problemlos in allen Dokumentenklassen, die über den Befehl "Kapitel" (chapter) verfügen. Allerdings kann der Befehl auch z. B. für den Formatbefehl "Abschnitt" (section) definiert werden. Zusätzlich können Zeichen zwischen Präfix und und Seitenzahl generiert werden. Näheres in der englischsprachigen Doku:
http://www.tug.org/texlive/Contents/live/texmf-dist/doc/latex/chappg/chappg.pdf

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Gesamtseitenzahl, letzte Seite

Automatische Zähler für Angaben wie
"Dieses Dokument enthält 112 Seiten" oder
"Seite 5 von 19"
erzeugt man im LaTeX-Vorspann mit dem Aufruf des Pakets "lastpage":

\usepackage{lastpage}

Für das erste Beispiel würde an passender Stelle in einem TeX-Feld lediglich folgendes eingefügt:

Dieses Dokument besteht aus: \pageref{LastPage} Seiten

Für das zweite Beispiel muss man einen besonderen Seitenstil auswählen! Unter:
-> Dokument -> Einstellungen -> Seitenlayout
wählt man dafür "ausgefallen" ! Dies entspricht dem LaTeX-Paket "fancyhdr". Dieses Paket erzeugt standardmäßig neben einer Fußzeile mit Seitenzahl ein durch einen Strich abgetrennter Seiten-Kopf samt Kapitelüberschirft. Kopf und Fuß sind (im Vorspann) aber beliebig veränderbar, wie oben dargestellt.

Als Beispiel folgt hier ein leerer Seiten-Kopf ohne Trennstrich mit der zentrierten Angabe der aktuellen Seitenzahl unten:

\renewcommand\headrule{}
\cfoot{Seite \thepage\ von \pageref{LastPage}}

\renewcommand\headrule{} schaltet den Strich unter der Kopfzeile aus. \renewcommand\headrule{\dotfill} würde stattdessen eine gepunktete Linie erzeugen.
Der Befehl \cfoot... überschreibt die sonst zentriert gesetzte einfache Seitenzahl jetzt z. B. mit "Seite 5 von 19". In:
-> Hilfe -> Handbuchergänzungen -> 3.3 Kunstvolle Kopf- und Fußzeilen
finden sich weitere Hinweise, z. B. für die Gestaltung der Kopfzeilen. Die umfangreichen Programmiermöglichkeit von fancyhdr sind abrufbar unter:
http://www.ctan.org/pub/tex-archive/info/german/fancyhdr/

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Serienbriefe

Die Anleitung dazu ist recht versteckt und dünn. Sie findet sich in:
-> Hilfe -> Zusätzliche Funktionen -> A Besondere Dokumentklassen -> A8.4.1 Serienbriefe.

Die Serienbrief-Beispiele sind nur verständlich, wenn man die dort angegebenene Dokumentation von ftp.dante.de/ ... scrguide.pdf liest. Diese bezieht sich auf die KOMA-Script-Klasse. Da sich scrguide aber auf die reine LaTeX-Programmierung gründet, sieht die Umsetzung in den LyX-Beipielen (warum eigentlich da und nicht unter Vorlagen?) leicht anders aus. Z. B. ist der Befehl \end{letter} im Absatz-Format-Menü schon vorhanden, während der in scrguide aufgeführte Befehl \begin{letter} in LyX gar nicht mehr vorkommt und auch nicht notwendig ist.

Statt der bislang in den Serienbrief-Beispielen gegebenen adrentry-Anweisung verwende ich addrentry. Dann sind 9 statt 8 Datenfelder möglich, davon insgesamt 4 frei belegbar. Dabei muss der im Beispiel genannte Befehl
\renewcommand*{\adrentry}[8]{
abgewandelt werden in
\renewcommand*{\addrentry}[9]{

Eine Adressdatei kann dann wie folgt aussehen:

\addrentry
 {Klausen}
 {Daniel}
 {Promenadenweg 17\\231515 Fuhlingen}
 {0672289/30945}
 {m}
 {}
 {}
 {Freundin}
 {DANKLA}
\addrentry
 {Zylla}
 {Rieke}
 {Salierweg 9\\850289 Kolonia}
 {022811/458290}
 {w}
 {}
 {}
 {Versicherung}
 {RIEZY}

Die Syntax ist:

\addrentry{Name }{Vorname }{Adresse }{Telefon }{F1 }{F2 }{F3 }{F4 }{KÜRZEL} 

Die ersten vier Felder sind festgelegt. F1 bis F4 ist frei belegbar. Die Eingabe im letzten Feld "Kürzel" sollte immer(!) groß geschrieben werden. Es macht keinen Unterschied, ob die Datenfelder unter- oder nebeneinander stehen. Im obigen Beispiel ist das Feld F1 mit dem Geschlecht belegt, F4 mit persönlichen Hinweisen.

Die Serienbrieffunktion ist übrigens ein klassisches Beispiel für die Problematik unterschiedlicher Zeichensätze - siehe einleitende Bemerkungen.

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Wasserzeichen

Um Wasserzeichen unter LaTeX zu verwenden, gibt es diverse Zusatzpakete, die unter LyX allerdings nicht alle funktionieren. Es gibt gegenwärtig zwei funktionierende Zusatzpakete.

Schrift als Wasserzeichen:
Das Paket draftwatermark

Das Paket im Vorspann laden: -> Dokument -> Einstellungen -> LaTeX-Vorspann -> \usepackage{draftwatermark}
Ohne weitere Angaben schreibt das Paket auf jede Seite mittig im Winkel von 45° das Wort DRAFT (Entwurf) in hellgrauer Schrift Der Eintrag \usepackage[firstpage]{draftwatermark} schreibt nur auf die erste Seite.

Draftwatermark bietet weitere Optionen, die ebenfalls im Vorspann eingetragen werden:

Die Schrift des Wasserzeichens erfolgt immer in einem Grauton(!) und wird immer mittig in die Seite gesetzt. Es sind nur einzeilige Wasserzeichen möglich. Weiteres unter:
http://ftp.gwdg.de/pub/ctan/help/Catalogue/entries/draftwatermark.html
Für mehrzeilige (Text-)Wasserzeichen ist es bislang angebracht, sie als Bild abzuspeichern und mittels wallpaper einzubinden.

Bild als Wasserzeichen:
Das Paket wallpaper

Das Paket im Vorspann laden: -> Dokument -> Einstellungen -> LaTeX-Vorspann -> \usepackage{watermark}
Auch hier werden im Vorspann weitere Optionen eingetragen, z. B.:

Das Paket wallpaper bietet noch mehr Optionen. Nähere Infos dazu unter: http://ftp.gwdg.de/pub/ctan/help/Catalogue/entries/wallpaper.html

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Keine Rechtschreibprüfung?

Nach Updates kann es passieren, dass die Rechtschreibprüfung (und die Wortergänzung) es plötzlich nicht mehr tut. Als Grund wird ein falscher Zeichensatz in der Fehlermeldung angegeben. Lösung:
Unter Werkzeuge -> Einstellungen -> Spracheinstellungen -> Rechtschreibprüfung -> Rechtschreibprogramm eine andere Bibliothek auswählen. Statt ispell z. B. aspell.

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*) Manchmal hilft es schon, sich anzuschauen, wie die betreffenden Probleme im LaTeX-Vorpann der erwähnten Handbücher gelöst sind. Ebenso liefern die unter -> Öffnen -> Beipiele bzw. die unter -> Neu von Vorlage zu findenden Dokumente in ihrem jeweiligen Vorspann Lösungsansätze.


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